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“Massaker-Marketing”: Todenhöfer bei Assad

Gestern sendete die ARD ein Interview mit Baschar al-Assad, dem syrischen Machthaber, geführt von Jürgen Todenhöfer (CSU). Nun hat Todenhöfer in seiner Karriere schon mehr als genug Mist verzapft, trotzdem ist das Interview gut und richtig.

10. Juli 2012

Es ist das einzige, das es von deutscher Seite seit Ausbruch des Konflikts gibt. Es ist unserer Ansicht nach nämlich völlig daneben, wenn von SPIEGEL bis ZDF, von Hillary Clinton über Bernard-Henri Lévy bis zu Henryk M. Broder alle in Assad den Schurken sehen und die syrische Opposition demokratisch anhimmeln.

Man muß nicht in Syrien gewesen sein, um zu merken, daß die Opposition ebenso mit Mördern durchsetzt ist wie der syrische Geheimdienst. Man muß nicht dort gewesen sein, um die Klage- und Heulshows, die im Fernsehen ablaufen, als billige Propaganda zu durchschauen. Jeder Tote wird Assad zugerechnet, und die Opposition sind die Engel. Das ist unmöglich! Todenhöfer sagt dazu in BILD heute: “Diese „Massaker-Marketing-Strategie“ gehört zum Widerlichsten, was ich in kriegerischen Auseinandersetzungen jemals erlebt habe”. Genau so ist es, Massaker-Marketing, übrigens auch von BILD seit Wochen mit dem Ziel einer Intervention des Westens betrieben!

Es ist auch deshalb unmöglich, daß die Opposition unschuldig ist, weil man sie vom Ausland aus bewaffnet. Darin verwickelt sind Saudi-Arabien, die Türkei und die USA, welche die Sunniten unterstützen, die natürlich nichts anderes im Sinn haben als Schiiten, die vom Iran unterstützt werden, und Alawiten, zu denen auch Assad gehört, zu killen – und umgekehrt. Außerdem leben in Syrien noch 15% Christen, denen es auch an die Gurgel geht, wenn die Hardliner der Opposition regieren. Aber das ist dem Westen egal – Hauptsache “Demokratie”!

Ich habe nie verstanden und werde nie verstehen, was am Tod durch demokratische Bomben besser ist als durch diktatorische. Könnte der Westen sich da nicht raushalten? Wäre es nicht besser gewesen, wir hätten uns aus Tunesien, Libyen und Ägypten herausgehalten? Wir haben ja nicht einmal Bosnien und den Kosovo vor unserer Haustür hingekriegt!

Hier das ARD-Interview:

pi-news.net , 09. Juli 2012.