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Eine Analyse von Pierre Khalaf (New Orient News)
Die syrischen Contras hart an der Arbeit

Jeder ehrliche Beobachter wird bemerkt haben, dass die Mobilisation der Aufständischen am letzten Freitag (02/09) in Syrien schier lächerlich war. Nicht mehr als 10 000 Leute in ganz Syrien haben auf den Appell geantwortet, welcher zum Motto „Eher der Tod als eine Demütigung“ hatte. Die medialische Intensität über diese bescheidenen Versammlungen war indirekt proportional der Zahl der Teilnehmer.

23. September 2011

Die Taktik der Aufrührer besteht darin, Aufläufe in entfernten Orten „für das Photo“ zu organisieren, um den Eindruck zu erwecken, dass die Revolution andauert, obwohl es für niemanden mehr ein Geheimnis ist, dass die großen Städte wie Damaskus, Alep, Hassaka, Raqqa und andere sich hartnäckig weigern, an der Destabilisierung des Landes teilzunehmen.

Andererseits bleiben die bewaffneten Extremisten in vielen Teilen des Landes aktiv, speziell in Homs, im Zentrum, in manchen Dörfern der Provinz von Daraa, im Süden und in Deir Ezzor im Osten. Gerade am Sonntag (04/09) wurden sechs Soldaten, worunter ein Offizier und drei Zivilbeamte in einem im Zentrum Syriens gestellten Hinterhalt getötet. Selbst das syrische Observatorium der Menschenrechte (OSDH), welches die hauptsächliche Quelle der westlichen Agenturen ist, hat zugegeben, dass während des Ramadanmonates 500 Leute in Syrien getötet wurden, worunter 113 Militärangehörige.

Diese bewaffneten Gruppen die töten, kidnappen, sabotieren und zerstören, ähneln in allen Punkten den leider berühmten Contras, durch die CIA geschaffen, trainiert und finanziert in den 80er Jahren, um Nikaragua zu destabilisieren.

Indem sie den Eindruck erwecken, dass die Mobilisation stark bleibt und sie weiter Gewalttaten schüren, versuchen die Extremistengruppen das Land für eine ausländische Intervention reif zu machen. Sie ebnen den Weg für eine Verstärkung der Sanktionen, in der Hoffnung, die zentrale Obrigkeit zu schwächen und eine NATO Militäraktion über die Türkei einzuleiten. Der Endzweck ist, günstige Bedingungen für eine Wiederholung des Libyen- Szenarios in Syrien zu schaffen.

Aber diese Gleichungen werden nicht aufgehen. Zum ersten bleibt die syrische Macht in allen ihren Komponenten vereint, speziell was das Heer, den Sicherheitsdienst und die diplomatische Corps angeht. Sie verfügt über eine solide Unterstützung des Volkes, die sich schon mehrere Male gezeigt hatte, als die großen Städte sich weigerten, an dem Aufruhr teilzunehmen und als Millionen auf die Strassen gingen, um Präsident Bachar el-Assad zu stützen.

Zweitens, begann das Regime nach einem eigenen nationalen Kalender Reformen einzuleiten, die sich nicht den westlichen Forderungen und Interessen unterordneten. Dies erklärt den Zorn der Letzten.

Und endlich die Tatsache, dass Syrien weiterhin auf starken Rückhalt auf der internationalen Szene zählen kann. Sonntags noch vergewisserte der russische Außenminister Syrien, dass die BRICS-Länder (Brasilien, Russland, Indien, China und Süd-Afrika) eine Wiederholung des Libyenszenarios in Syrien nicht zulassen würden. Serguei Lavrov beschuldigte den Westen die syrische Opposition anzutreiben, einen Dialog mit Damaskus zu verweigern, mit dem Ziel, das Land zu destabilisieren.

In diesem Kontext ist es klar, dass die USA und ihre europäischen und arabischen Agenten noch lange warten müssen, bevor sie Syrien durch ihre Bedrohungen und Einschüchterungen ins Wanken bringen werden.

New Orient News (Libanon)
Chefredakteur: Pierre Khalaf (*)
Tendances de l’Orient No 47, 5. September 2011.


(*) Forscher im Zentrum für Strategische Arabische und Internationale Studien in Beyrouth.

Übersetzung, Horst Frohlich (22.09.2011):
http://www.voltairenet.org/Das-Westliche-Projekt-fur-den

Französische Fassung (05.09.2011):
http://www.neworientnews.com/news/fullnews.php?news_id=41027