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Eine Analyse von Pierre Khalaf (New Orient News)
Die Niederlage des US-Imperiums

Als sie in 2003 beschlossen hatten in Irak einzufallen und ihn zu besetzen, haben die USA versucht, ihre Sicht einer unipolaren Welt durchzubringen. Dieser Krieg zielte darauf ab, alle regionalen und internationalen Mächte die es wagten, Stirn zu bieten, zu terrorisieren und die Vereinten Nationen, die auf Partnerschaft beruhend gemeinsam Beschlüsse fassen, als Organisation zu zerstören.

24. Dezember 2011

Es war das, was Washington am Vorabend und nach der Invasion erklärten. Es hat auch seine Absicht deutlich ausgedrückt, den Mittleren Osten umzuformen und ihn unter seine Vorherrschaft zu stellen, indem es neue regionale Realitäten nach zwei Regeln schaffte: Israel nach seiner Niederlage im Libanon zu schützen (der einseitige Rückzug im Jahr 2000) und zwei wirklich unabhängige Länder, die den Widerstand unterstützten, zu zerstückeln: Syrien und Iran.

Manche US-Experten behaupten, dass die Irak-Invasion ihr Ziel erreicht hat, und zwar weil die Bush Nahestehenden einen kolossalen Reichtum durch Plündern des Landes an sich gerissen haben, ohne zu erwähnen, was die Öl- und Waffenkartells an unglaublichen Kontrakten zusammengerafft haben. Das alles unter der Schirmherrschaft des ehemaligen Verteidigungsministers Donald Rumsfeld.

Der von der israelischen Lobby geförderte Clan des Krieges, hat sicherlich Grund sich zu erfreuen, wenn man solche materielle Betrachtungen ins Auge fasst. Aber abgesehen von diesen mageren Dividenden waren die Irak-Besetzung und die folgenden Kriege in Libanon 2006 und in Gaza 2008-2009 eine wahre Katastrophe hinsichtlich der Strategie für die USA und ihre israelischen Schützlinge. Die von der Irakern erlittenen Opfer, die den US-Truppen ungeheure Verluste zugefügt haben, und die im Libanon und in Palästina von Israel erlittenen Rückschläge haben bewiesen, dass die Völker des arabischen Orient, die Widerstand geleistet und ihre Würde und Unabhängigkeit verteidigt haben, der imperialistischen Allianz, besonders den USA, eine historische Niederlage mit strategischen Folgen zugefügt haben.

Die Zweiparteienkommission Baker-Hamilton hat nach Israels 2006 Niederlage einen Bericht veröffentlicht, der die Auswertung des US-Establishments darstellt. Der Schluss kann mit einem Wort ausgedrückt werden: eine Schlappe. Seit dem hatte die US-Politik nur mehr ein Ziel: diesen Misserfolg in Grenzen zu halten durch Verwendung von soft power, das auf geheime, von Geheimdiensten geführte Kriege gegründet ist und mit einem Arsenal von Sanktionen arbeitet, welche schon ihre Ohnmacht gezeigt haben, Ziele zu erreichen die das Heer nicht erreichen konnte.

Der Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise, die die USA und Europa erschüttert, ist kein Zufall. Sie ist direkt mit den verschiedenen Kriegsniederlagen, die eine Trillion (1000 Milliarden) $ gekostet haben, verbunden. Die Experten erwarten eine neue, noch verheerendere Krise als die von 2008 in den USA und von 2011 in Europa. Es ist auch kein Zufall, dass die Flucht der USA aus der Hölle des irakischen Widerstandes zugleich mit dem Rückschlag der CIA im Libanon und im Iran zusammenfällt. [1]. Es ist klar, dass das, nach den militärischen Niederlagen entfaltete soft power nicht weniger argen Schwierigkeiten entgegen sieht als das hard power.

New Orient News (Libanon)
Chefredakteur: Pierre Khalaf (*)
Tendances de l’Orient No 62, 19 Dezember 2011.


(*) Forscher im Zentrum für Strategische Arabische und Internationale Studien in Beyrouth.

Übersetzung, Horst Frohlich (24.12.2011):
http://www.voltairenet.org/Niederlage-des-US-Imperiums

Französische Fassung (19.12.2011):
http://www.neworientnews.com/news/fullnews.php?news_id=50867



[1Siehe: Libanon : “Noch eine Schlappe für die CIA”, von Pierre Khalaf, 19 Dezember 2011.


Alle Fassungen dieses Artikels:
- Irak : La défaite de l’empire américain