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Internationale Diplomatie: Komplize der Verbrechen des jüdischen Staats
Wir drängen unsere Regierungen dem Blutbad unverzüglich ein Ende zu setzen

Seit elf Tagen führt Israel einen grauenhaften Krieg gegen eine Zivilbevölkerung mit eindeutiger oder stillschweigender Beihilfe, und dies sollte man unerlässlich laut sagen, unserer Staaten.
Seit elf Tagen wirft Israel ununterbrochen Phosphorbomben und Bomben mit abgereichertem Uran ab, verachtet deutlich das internationale Recht und zeigt keine Rücksicht für das Leben der Einwohner von Gaza, ob Männer, Frauen oder Kinder.
Durch die Feigheit unserer Regierungen, die sich bislang nur auf einige diplomatische Gestikulationen beschränkt haben, um Israel Zeit zu lassen „die Hamas zu zermalmen“ - mit anderen Worten, der palästinensische Widerstand gegen die israelische Militärbesatzung - sterben die Opfer dieses grauenhaften Kriegs, von dem wir die höllischen Bilder nicht mehr ertragen können, mangels erster Hilfe.

8. Januar 2009 | - : Gaza Israel Palästina Kriegsverbrechen

Seit elf Tagen ruft das Medizinpersonal von Gaza vergeblich um Hilfe. Seit elf Tagen warten sie dringlich darauf, dass das Internationale Rote Kreuz die Übergänge auf der israelischen oder der ägyptischen Seite forciert, um endlich massstabgerechte Nothilfe zu dieser immensen Katastrophe beizutragen.

Alle, die sich nicht von der israelischen Propaganda täuschen lassen, mit der man uns auf unseren Bildschirmen nach Belieben durch skrupellose Redaktionen regelrecht überschüttet, sind zutiefst erschüttert und empört über diesen Krieg, der Israel gegen Zivilisten führt.

Ein Krieg, der unter Verletzung des internationalen Rechts in Kriegszeiten, sich zum Ziel gemacht hat, die lebensnotwendigen Orte der Bevölkerung, wie Schulen, Moscheen, Universitäten, Krankenhäuser zu zerstören. Ein Krieg, der vorallem auch das Vierte Genfer Abkommen über den Schutz von Zivilpersonen ohne Rücksicht verletzt.

Wir waren gestern, am 5. Januar, sprachlos, als wir einen norwegischen Chirurgen hörten, der offensichtlich erschöpft und mit gebrochenem Herz im BBC aussagte, dass Israel Gaza in „eine Hölle" verwandelt hat und dass „1,5 Millionen Palästinenser wie in einen Käfig eingeschlossenen, bombardiert werden“. Er erklärte ausdrücklich, im Gegensatz zu dem was die UNO behauptet, dass die Getöteten und die Verletzten, die seit dem 27. Dezember ins Krankenhaus gebracht wurden, Zivilisten sind, und dass sie nur einen Widerstandskämpfer behandelt haben. Er stellte auch klar, dass es in Gaza nur zwei Ärzte aus dem Westen gibt, und entrüstete sich über die Abwesenheit der humanitären Helfer in so einem katastrophalen Moment.

Die Schweizer Bürger, deren Land der Depositarstaat der Genfer Konventionen ist, hatten das Recht von ihrer Regierung - und besonders von Ihnen, Frau Calmy-Rey, als Vorsteherin des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegen (EDA)- eine strenge Verurteilung, ohne Ausreden, für diesen verbrecherischen Krieg zu erwarten. Leider hat das EDA in einer Mitteilung vom 4. Januar sich stattdessen nur beschränkt:
- Zu erklären, dass, „Der Raketenbeschuss durch die Hamas muss ebenso gestoppt werden wie die israelische Militäraktion, damit die Leiden der Zivilbevölkerung ein Ende nehmen.“ Und dass „Die Einstellung der Kampfhandlungen soll die sofortige Öffnung aller Übergänge nach Gaza und die Aufhebung der Blockade garantieren, damit die humanitäre Hilfe – namentlich das humanitäre Personal, Nahrungsmittelhilfe, medizinische Nothilfe, sowie Treibstoff – rasch befördert werden kann.“
- Ruft beide Parteien auf „Um die Leiden der Zivilbevölkerung und die dramatischen Folgen dieses Konflikts sofort zu beenden, mahnt das EDA die Konfliktparteien, das internationale Völkerrecht vollinhaltlich zu respektieren, angefangen mit dem Schutz der Zivilbevölkerung, dem Zugang zu den Opfern und der Verhältnismässigkeit des militärischen Gegenschlags.“
- Protestiert dagegen, dass die israelischen Behörden einem medizinischen Nothilfe-Team des IKRK (Internationales Komitee vom Roten Kreuz) die Einreise nach Gaza verweigert haben. “Obwohl alle Bedingungen am letzten Freitag erfüllt waren(…)”

Indem es den Angreifer und den Angegriffenen auf die gleiche Ebene setzt, hat das EDA Israel eine gewisse Straflosigkeit gewährleistet, es ist eine Ermutigung um die Massaker von Zivilisten fortzufahren.

Die Schweizer Regierung weiss jedoch ganz genau, dass Israel eine Besatzungsmacht ist, die sich seit Jahrzehnten allen UNO-Resolutionen widersetzt, das Völkerrecht nicht einhält und Apartheid anwendet.

Sie weiss ganz genau, dass die Palästinenser, laut Völkerrecht, das Recht auf Widerstand gegen den Besatzer haben. Sie weiss, dass die Bevölkerung von Gaza, seit nunmehr fast zwei Jahren, eine israelische Blockade und unter Verachtung des Völkerrechts, eine vorsintflutliche Kollektivstrafe erleidet. Sie weiss, dass die Hamas durch einen demokratischen Wahlgang an die Macht gekommen ist und sie rechtmässig die Bevölkerung von Gaza vertritt. Sie weiss, dass die Hamas die Waffenruhe während sechs Monate respektiert hat, den Raketenabschuss eingestellt hat, während Israel, seinerseits, die Waffenruhe am 4. November [1] abgebrochen hat und es immer die Gegenleistung verweigert hat: die Aufhebung der Blockade, die die gesamte Bevölkerung trifft.

Sie weiss auch, dass die wenigen erlittenen Zivilverluste von Seiten Israels durch den Raketenbeschuss auf Siderot, in keinem Verhältnis stehen zu den Tausenden von palästinensischen Zivilopfern. Männer, Frauen und Kinder sind durch die israelischen Bombardierungen oder „gezielte Tötungen" gefallen, und dies sind mehr oder weniger illegale standrechtliche Hinrichtungen. Das Fehlen von politischem Mut und der Reaktionsmangel der Regierung, von der Sie ein Mitglied sind, haben tödliche Folgen in Gaza.

Die Ärzte, die in diesen Krankenhäusern kämpfen um Leben zu retten, erwarteten von unseren demokratischen Regierungen eine klare und aufrichtige Verurteilung der verbrecherischen Aktionen der israelischen Armee gegen eine ausgeblutete Bevölkerung, die sich seit zwei Jahren unter einer anhaltenden Blockade ohne Nahrung und nicht mit dem Mindesten zum Leben wie in einem Ghetto befindet.

Eine Bevölkerung die, mitten in ihrer Verzweiflung erwartete, dass unsere politischen Führungskräfte alles in Bewegung setzen um sie vor dem Unbeschreiblichen zu bewahren, und demnach die sofortige Einstellung der Angriffe der israelischen illegalen Besatzungstruppen und deren endgültigen Abzug zu erfordern.

Das palästinensische Volk von Gaza, hat wie jedes Volk, Recht auf Sicherheit und Recht auf Schutz.

Wir fordern von unserer Regierung endlich diesen verbrecherischen Krieg ohne jeglichen Vorwand zu verurteilen und fest beim jüdischen Staat von Israel einzugreifen, damit er sich sofort aus Gaza zurückzieht und die illegale Blockade aufhebt, die es seit langem erstickt.

Silvia Cattori

Übersetzung aus dem Französischen: Monica Hostettler (08.01.2009)

Französische Fassung (06.01.2009):
http://www.silviacattori.net/article680.html



[1Die Medien und die Diplomaten lügen, wie Herr Bernard Kouchner, wenn sie sagen, dass die Hamas die Waffenruhe abgebrochen hat (wie Herr Sarkozy es noch bis heute behauptete). Es war nicht die Hamas, die sie abgebrochen hat, sondern Israel bereits seit dem 4. November, als seine Armee in Gaza fünf palästinensische Aktivisten ermordet hat. Sie hat während der gleichen Zeitspanne sieben weitere getötet, sowie einen Bauer. Nach diesen beiden Angriffen der israelischen Armee, die in wenigen Tagen 13 Tote brachte, hat am 5. November, der bewaffnete Arm der Hamas erklärt, dass die Waffenruhe von Israel gebrochen worden war, und zwar vor der Frist vom 19. Dezember und dass er nicht dafür verantwortlich sei.